Auf aktuellen Bauernprotesten taucht immer wieder das Symbol der „Landvolkbewegung“ auf – Pflug und Schwert auf schwarzer Fahne. In den 1920er Jahren protestierte die Bewegung gegen die wirtschaftliche Not von Landwirt*innen. Dabei vertrat sie völkische und antisemitische Positionen und trug in Schleswig-Holstein zum Erfolg der NSDAP bei.
Der Film porträtiert die Bewegung, verdeutlicht ihre Rolle in den Anfängen des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein und zeigt am Beispiel dieser bäuerlichen Protestbewegung wie in einem Brennglas die Entstehungsbedingungen des deutschen Faschismus auf dem Land. Auch Zeitzeug*innen kommen zu Wort.
Im Anschluss sprechen wir mit der Filmemacherin Quinka Stoehr und der Landwirtin Kirsten Wosnitza über die Entstehung des Films und aktuelle Bezüge in landwirtschaftlichen Protesten.
Quinka Stoehr realisierte den Film 1990 gemeinsam mit Kay Ilfrich und Jens Schmidt. Sie arbeitet als freie Filmautorin und lehrt seit vielen Jahren Filmbildung, unter anderem an der Muthesius Kunsthochschule und an der Europa-Universität Flensburg.
Kirsten Wosnitza ist Milchbäuerin aus Schleswig-Holstein und engagiert sich in der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Auf ihrem Blog berichtet sie über den Alltag auf ihrem Hof und setzt sich öffentlich mit agrarpolitischen Fragen auseinander.