Für ihre neue Einspielung gaben die beiden vielbeschäftigten Musiker, die man in der Vergangenheit unter anderem an der Seite von Melody Gardot, Nils Landgren, Till Brönner, Nils Wülker, Anders Jormin oder dem Orchestra Baobab hören konnte, die Leitlinie aus: Wir erzählen unsere eigenen Geschichten.
Die Rollenverteilung zwischen Jansen und Braun ist eine deutlich andere als auf dem Erstling, der Dire-Straits-Hommage. War der Gitarrist so etwas wie ein Sänger auf sechs Saiten und für die Melodien zuständig, so ist es nun auch Braun, der auf Cello und Bass die Themen vorgibt oder virtuos soliert.
„Short Stories“ zeigt, wie meisterhaft und innovativ Jansen und Braun ihr Instrumentarium beherrschen – dank spezieller Spieltechniken und dem Einsatz von Delays, Loops und Volume-Pedals klingt das oft nach viel mehr als nur nach einem Duo. Der narrative Faden, der alles zusammenhält, lautet: Freundschaft. Man hört in jedem Ton, dass sich Jansen und Braun schon seit Ewigkeiten kennen und tief verbunden sind.
Jede Komposition hat einen eigenen erzählerischen Ansatz. Mal haben die zwischen Jazz, Folk, Pop und Americana angesiedelten Storys einen dezidiert literarischen Background. Andere Stücke verwandeln Reiseerinnerungen in intime instrumentale Zwiegespräche.
Wie jeder gute Geschichtenerzähler lassen Jansen und Braun Platz für das Ungesagte und eröffnen damit Interpretationsräume mit langem Nachhall im Kopf der Zuhörenden.
Veranstalter: Arne Jansen