Die Ausstellung lädt ein, Gewaltmechanismen zu verstehen und Wege zu Frieden zu entdecken – ein Raum für Reflexion, wissenschaftliche Analyse und Kunst von Wolf Art.
Der Flandernbunker in Kiel, einst ein Symbol kollektiver Bedrohung und militärischer Schutzarchitektur, öffnet seine Türen für eine außergewöhnliche Auseinandersetzung mit den drängendsten Fragen unserer Zeit. Die neue Ausstellung „KRIEG & FRIEDEN – Strategien zur Zivilisierung und Konfliktregulierung“ von Wolf Art / Wolfgang R. Vogt lädt Besucher dazu ein, die Mechanismen von Gewalt zu verstehen und die Voraussetzungen für einen stabilen Frieden neu zu entdecken.
Ein Ort der Reflexion und des Lernens
Die Ausstellung versteht sich nicht als neutraler Raum, sondern als aktiver Erfahrungs- und Reflexionsraum. Sie basiert auf fundierten friedenspolitischen Grundlagen und verknüpft wissenschaftliche Analysen mit den eindringlichen Impulsen der Kunst. Werke des Künstlers Wolf Art begleiten die sachliche Aufarbeitung als resonanter Gegenpol und machen das Komplexe emotional erfahrbar.
Die Struktur: Vom Räderwerk des Krieges zur Praxis des Friedens
Die Räumlichkeiten des Bunkers spiegeln die thematische Teilung wider:
- Rechter Raumteil (Krieg): Hier wird Krieg als organisierter Prozess sichtbar gemacht. Installationen wie das „Räderwerk des Krieges“ zeigen, wie Politik, Wirtschaft und
- Technik ineinandergreifen, während die „TÜV-Konflikt-Station“ die Eskalationsstufen von Angst bis zur Entmenschlichung analysiert.
- Linker Raumteil (Frieden): Frieden wird hier nicht als statischer Zustand, sondern als aktive gesellschaftliche Leistung präsentiert. Exponate wie der „Baum der Konfliktkompetenzen“ oder das „Mobile der Zivilisierung“ verdeutlichen die notwendigen Fähigkeiten wie Empathie, Recht und soziale Gerechtigkeit.
- Zentrale Stellwand (Konflikte/Gewalt): Sie markiert den fließenden Übergang von der ersten Spannung bis zur gewaltsamen Entgleisung und zeigt Wege zur konstruktiven Bearbeitung von Konflikten im Alltag auf
- Fensterwand (Globale Risiken): Hier werden aktuelle Gefahren wie die Klimakrise, Ressourcenknappheit und autoritäre Tendenzen thematisiert, die den globalen Frieden bedrohen.
Fokus auf die nächste GenerationEin besonderes Anliegen der Ausstellung ist die politische Sozialisation junger Menschen. Durch eine zugängliche Sprache und interaktive Stationen werden Jugendliche und Schulklassen dazu ermutigt, Konflikte als unvermeidlich, Gewalt jedoch als veränderbare Entscheidung zu begreifen. Das Ziel ist es, durch aktives Mitgestalten und Reflektieren die eigene Konfliktfähigkeit zu stärken.
Ein Plädoyer für ein neues SicherheitsverständnisDie Ausstellung schließt mit einem kritischen Blick auf die aktuelle Sicherheitspolitik. Während Aufrüstung und Abschreckung oft als pragmatisch gelten, bezeichnet die Ausstellung deren Logik als gefährlichen Anachronismus. Wahre Sicherheit sei stattdessen eine politische, soziale und ökologische Daueraufgabe und nur durch einen Prozess der Zivilisierung zu erreichen. (Rückseite der Stellwand am Eingang)