Ruhe und Sturm, Licht und Schatten: Faustmanns und Nossols Werke zeigen Natur als emotionalen, prozesshaften Bildraum.
Die Berliner Künstlerinnen Lisa Faustmann und Lilith Nossol verstehen Druckgrafik nicht als rein reproduktives Medium, sondern als experimentellen Erfahrungsraum, in dem Wahrnehmung, Material und Emotion miteinander verschmelzen. Jeder Druck ist Ergebnis eines offenen Prozesses, in dem Zufall, Materialität und bewusste Setzung gleichwertig wirken. Die Natur dient ihnen dabei nicht als Abbild, sondern als Projektions-fläche innerer Zustände.
Lisa Faustmanns Werke sind lichtdurchflutete, atmosphärische Bildräume, die flüchtige Momente in Traumlandschaften übersetzen, die als Orte des Innehaltens und der Ruhe erscheinen. Ihr experimenteller Ansatz liegt in der Verbindung von Tiefdruck, Hochdruck und Monotypie und der mehrfarbigen Kombinationen ihrer Druckplatten zu seriellen Unikaten.
Lilith Nossol entwickelt ihre Tiefdrucke innerhalb eines strukturierten Rasters aus Punkten, Linien oder Flächen, das als Ordnungsgefüge dient und durch das Herausarbeiten des Motivs allmählich aufgebrochen wird.
In der Spannung zwischen Ordnung und Auflösung
erscheint die Natur nicht als ruhige Landschaft,
sondern als bewegter Raum.
Die Ausstellung lebt von der Gegenüberstellung der unterschiedlichen Positionen beider Künstlerinnen. In ihren Werken begegnen sich Ruhe und Sturm, Ordnung und Auflösung, Licht und Schatten.