Ein autobiografischer Rückblick des Offiziers d.R. und Friedenswissenschaftlers Prof. Dr. Wolfgang R. Vogt im Rahmen seiner Ausstellung "Krieg & Frieden" im Kieler Flandernbunker
Verhandlungstisch, Informationen und Denkaufgaben versus Beinprothesen, Stacheldraht und Bomben: Der Flandernbunker in Kiel, einst ein Symbol kollektiver Bedrohung und militärischer Schutzarchitektur, öffnet derzeit seine Türen für eine außergewöhnliche Auseinandersetzung mit den drängendsten Fragen unserer Zeit. Die neue Ausstellung „KRIEG & FRIEDEN – Strategien zur Zivilisierung und Konfliktregulierung“ von Wolf Art / Wolfgang R. Vogt lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, die Mechanismen von Gewalt und Entspannung zu verstehen und die Voraussetzungen für einen stabilen Frieden neu zu entdecken.
Wolfgang Rainer Vogt, Jahrgang 1940, ist Offizier der Reserve, Soziologe, Wissenschaftler und Künstler. Er studierte nach seinem Wehrdienst Soziologie und wurde Dozent der Heeresoffiziersschule sowie Lehrbeauftragter am Institut für Lehrerfortbildung in Hamburg. 1971 wurde Vogt Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Mit Regierungskreisen um den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt war Vogt eng verbunden. Es war ein schwerer Prozess, seine Diskurse um friedliche Friedenssicherung bei der Bundeswehr einzuführen. Der damalige Leiter der Führungsakademie, Generalmajor Dr. Eberhard Wagemann, wurde wegen seiner konservativen Positionen 1977 von Verteidigungsminister Georg Leber vor versammelter Presse entlassen. Vogt aber wurde schließlich bis 2005 wissenschaftlicher Leiter und Professor für Soziologie an der Akademie. 1992 bis 1997 war er zudem Vorsitzender der Bonner Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung. Seit 2006 ist er Mitglied der Arbeitsgruppe Jugendkriminalität des Landesrats für Kriminalitätsvorbeugung Mecklenburg-Vorpommern. Zudem gründete er die gemeinnützige GmbH kulturforum Pampin, die er bis heute leitet.
Vogt greift den Flandernbunker als das auf, was der Verein Mahnmal Kilian hineingelegt hat: Als einen Ort der Reflexion und des Lernens. Seine Ausstellung versteht sich nicht als neutraler Raum, sondern als aktiver Erfahrungs- und Reflexionsraum. Sie basiert auf fundierten friedenspolitischen Grundlagen und verknüpft wissenschaftliche Analysen mit den eindringlichen Impulsen der Kunst. Mit der Ausstellung „KRIEG & FRIEDEN“ setzt der Verein Mahnmal Kilian im Flandernbunker seinen Auftrag fort, Geschichte aufzuarbeiten und zur aktiven Gestaltung einer friedlichen Zukunft anzuregen.
Für Schulklassen und Erwachsenengruppen werden daher spezielle Führungen und Workshops angeboten, die ab Februar unter info@Flandernbunker.de oder 0431 - 260 630 9 zu buchen sind.