Ein Abend an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und ökologischer Praxis.
Filmvorführung & Diskussion
Im Rahmen des Ausstellungsprojekts „Kunst als ökologische Praxis“ der Arthur Boskamp-Stiftung lädt die Stadtgalerie Kiel zu einer 20-minütigen Filmvorführung (auf Englisch) mit anschließender Diskussion (auf Deutsch) ein. Im Zentrum stehen Artensterben, ökologische Interdependenzen und die fragilen Beziehungen zwischen Land und Meer.
Gezeigt wird ein von Ewen Chardronnet gefilmtes Interview mit Dr. Christine Ewers. Ihre museologische Forschung an der historischen Austernsammlung des Zoologischen Museums der Universität Kiel untersucht das Verschwinden der Europäischen Auster (Ostrea edulis) im Wattenmeer. Anhand von DNA aus 150 bis 6000 Jahre alten Schalen rekonstruiert sie genetische Isolation, lokale Anpassungsprozesse und die Verwundbarkeit kleiner Populationen im Kontext des globalen Umweltwandels.
Im Anschluss gibt Dr. Ewers einen kurzen Einblick in ihre Forschung. Darauf folgt ein Gespräch mit Ewen Chardronnet und Christine Ewers, moderiert von Ronald Kolb. Ausgangspunkt sind unter anderem Karl Möbius’ Konzept der Biozönose, die komplexen Verflechtungen von Austernzucht und Küstenökosystemen sowie aktuelle Fragen des Biodiversitätsverlusts im Anthropozän.
„Kunst als ökologische Praxis“ ist ein einjähriges, prozessorientiertes Ausstellungsprojekt, kuratiert von Ronald Kolb an der Arthur Boskamp-Stiftung. In Assemblies, Workshops und diskursiven Formaten verbindet es künstlerische Forschung mit wissenschaftlichen und lokalen Wissensformen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ökologische Beziehungen – zwischen Menschen, mehr-als-menschlichen Akteur*innen und gesellschaftlichen Infrastrukturen – nicht nur repräsentiert, sondern als gemeinsame, situiert verhandelte Praxis erfahrbar werden können.
Abb.: Filmstill, MUSEOMICS & OYSTER RESEARCH - INTERVIEW WITH CHRISTINE EWERS, KIEL ZOOLOGICAL MUSEUM, Ewen Chardronnet, März 2025