Fotoserie zwischen Traum und Realität, die Erinnerungen sichtbar und fühlbar macht
Eröffnung: 10. Juni 2026, 19:00 Uhr
Monika Martínez de las Rivas - Oneirographia
kuratiert von Sven Christian Schuch
Grafische Gestaltung: Milan Doctor
Oneirographia (altgriech. oneiros = Traum; graphē = Schrift/Zeichnen) ist die erste institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin Monika Martínez de las Rivas. Die neunteilige Serie großformatiger Fotografien begegnet dem menschlichen Bedürfnis, Erinnerungen in Form physischer Bilder zu materialisieren, sie im wahrsten Sinne des Wortes festhalten zu wollen. Dabei sind die Motive nicht unmittelbar zu dechiffrieren, oszillieren zwischen Traum und Realität, und beinhalten immer beides. Ein Garten in einer verschneiten Nacht mit Hund und Schlitten; ein wartendes Auto, dessen Lichtkegel eine Hauseinfahrt erhellt; eine Landschaft vom Innenraum eines parkenden Wagens aus betrachtet; der Blick in ein privates Wohnzimmer. Da begegnen wir einem Kind beim Spielen, neben ihm steht ein Hund in wachsamer Pose. Man sieht die Szene durch eine Art Schleier, im Bildvordergrund erscheint ein Mädchen in Rückenansicht mit fein säuberlich geflochtenen Zöpfen.Der Fotografie kommt bei Martínez de las Rivas als Medium, welches »Wahrheit(en)« dokumentiert, eine ambivalente Rolle zu. Handelt es sich hier um Rekonstruktionen autobiografischer Erinnerungen? Um Dokumentationen in Echtzeit, die durch den Klick der Kamera in alle Ewigkeit zementiert wurden? Überlagern sich hier verschiedene Erzählungen, spiegeln sich unterschiedliche Zeitebenen ab: zu einem Bild, zu einer Realität, zu einem Traum?Die ausgeklügelten Bildkompositionen lassen genügend Fragen offen, um in die Bilder einzutauchen, dabei in sich hinein zu spüren, den in sich aufsteigenden Emotionen und Spuren eigener Erfahrungswelten Beachtung zu schenken. Martínez de las Rivas verwebt in ihren Fotografien Zeitebenen zu Atmosphären, die das Potential haben, im Betrachter wiederum eigene Erinnerungen wachzurufen; und selbst Erinnerung zu werden.