»Ich wollte es lernen. Vergessen lernen. So oft hab ich es versucht. Heute, hab ich mir gesagt, heute vergesse ich, wie ich Ruki kennengelernt hab. Es ging nicht. Nie«.
Hans erinnert sich in diesem Monologstück an ihre erste Begegnung: wie Ruki ihm als Kind einen Apfel schenkte und sie Freunde wurden. Er erinnert sich, wie Rukis Boxkarriere begann und sich ihre Wege dann trennten. Ruki wurde Deutschlands bester Boxer, aber sein Meistertitel wurde ihm schnell aberkannt, denn in Zeiten des Nationalsozialismus durfte ein Sinto-Boxer nicht erfolgreicher sein als seine arischen Gegner. Hans will vergessen; aber er selbst ist die Erinnerung …
Dieser eindringliche Monolog basiert auf der wahren Biografie des sinto-deutschen Boxers Johann »Rukeli« Trollmann. Die Figurenrede im Stück ist bestimmt durch den historischen Kontext des 20. Jahrhunderts. Die fiktive Figur Hans kennt kein anderes Wort für die Gruppe der Sinti und Roma als Z***.
Am 7. November 2026 feiert das Stück Premiere. Zur zweiten Aufführung am 13. November 2026 laden wir im Anschluss herzlich zu einem moderierten Nachgespräch mit Berry Paskowski, dem zweiten Vorsitzenden des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Schleswig-Holstein e. V., ein.
Foto: © Archiv Johann Trollmann